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Deutschland hat die Wahl

"Ich rufe auf zur inneren Erneuerung!" so der Bundespräsident Roman Herzog am 26.04.1997 im ADLON. "Mit dem rituellen Ruf nach dem Staat geht ein – wie ich finde – gefährlicher Verlust an Gemeinsinn einher. ... Können unsere Eliten über die dogmatischen Schützengräben hinweg überhaupt noch Entscheidungen treffen? Wer bestimmt überhaupt noch den Gang der Gesellschaft: Diejenigen, die die demokratische Legitimation dazu haben, oder jene, denen es gelingt, die Öffentlichkeit für ihr Thema am besten zu mobilisieren?"

Seine Mutmasung ist Wirklichkeit geworden "Ich komme gerade aus Asien zurück. In vielen Ländern dort herrscht eine unglaubliche Dynamik. Staaten, die noch vor kurzem als Entwicklungsländer galten, werden sich innerhalb einer einzigen Generation in den Kreis der führenden Industriestaaten des 21. Jahrhunderts katapultieren."

Unsere Schulen fühlen sich an, wie Steinzeit. Unser Gesundheitssystem krankt ganz offenbar. Verstecken wir uns hinter der Pandemie oder ist sie unser Weckruf! "Was ist los mit unserem Land? Im Klartext: Der Verlust wirtschaftlicher Dynamik, die Erstarrung der Gesellschaft, eine unglaubliche mentale Depression – das sind die Stichworte der Krise. Sie bilden einen allgegenwärtigen Dreiklang, aber einen Dreiklang in Moll. .....Und dieser Bürokratismus trifft nicht nur den kleinen Häuslebauer. Er trifft auch die großen und kleinen Unternehmer, und er trifft ganz besonders den, der auf die verwegene Idee kommt, in Deutschland ein Unternehmen zu gründen. "

Damals zeichneten die Mediene ein Bild des allgemeinen Pessimismus. Sind wir davon weg?

Er mahnte: "Das ist ungeheuer gefährlich, denn nur zu leicht verführt Angst zu dem Reflex, alles Bestehende erhalten zu wollen, koste es was es wolle. Eine von Ängsten erfüllte Gesellschaft wird unfähig zu Reformen und damit zur Gestaltung der Zukunft. Angst lähmt den Erfindergeist, den Mut zur Selbständigkeit, die Hoffnung, mit den Problemen fertigzuwerden."

Der "Corona Virus" ist als gesellschaftlicher und somit politischer Konflikt betrachtet lediglich der Auslöser eines Dilemmatas. Also kurz verständlich mit wenigen Worten: Ein Konflikt, dem der Anfang fehlt! Ohne ursprungliches Mißverständnis kann diese Konfliktsituation nichtaufgelöst werden. Wir können als Gesellschaft uns dem Virus hingeben und ein paar Milionen Menschen - als Schwestern und Brüder, Eltern und Kinder opfern oder mit den Gegebenheiten einen Umgang wagen.

Damals (1997 !) mahnte er davor, Reformen zu verschieben und eine Verzögerungskultur weiter zu pflegen. Schade - er wurde offenbar von den Gewählten nicht gehört oder nicht verstanden.

"Innovationsfähigkeit fängt im Kopf an,....Die Fähigkeit zur Innovation entscheidet über unser Schicksal.... Wer 100 Meter Anlauf nimmt, um dann zwei Meter weit zu springen, der braucht gar nicht anzutreten."

Der Staat solls richten

  • die Folgen der Pandemie, der Flut,
  • die Mieten in den begehrten Städten
  • die Renten und die Altersvorsorge
  • die Erneuerbaren Energieen - bitte mit Null Einschränkungen
  • die Bauvorschriften sind ein Dschungel
  • die Sicherung der Arbeitsplätze
  • und....

"Der Staat leidet heute besonders unter dem Mythos der Unerschöpflichkeit seiner Ressourcen. Man könnte das auch so sagen: Die Bürger überfordern den Staat, der Staat seinerseits überfordert die Bürger. Je höher die Steuerlast, desto höher die Erwartungen an den Staat."

"Ich meine, wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag zugunsten der Zukunft. Alle, wirklich alle Besitzstände müssen auf den Prüfstand. Alle müssen sich bewegen. Wer nur etwas vom anderen fordert – je nach Standort von den Arbeitgebern, den Gewerkschaften, dem Staat, den Parteien, der Regierung, der Oppositio. 

Seine Forderungen aus dem Jahr 1997:

"Erstens: Wäre es nicht ein Ziel, eine Gesellschaft der Selbständigkeit anzustreben, in der der Einzelne mehr Verantwortung für sich und andere trägt, und in der er das nicht als Last, sondern als Chance begreift?

Zweitens: Wäre es nicht ein Ziel, eine Gesellschaft anzustreben....Arbeit dient nicht nur dem Lebensunterhalt, Arbeit kann und soll auch Freude machen und Stolz vermitteln. ....

Drittens: Wäre es nicht ein Ziel, eine Gesellschaft der Solidarität anzustreben....

Viertens: Ich erwarte eine Informations- und Wissensgesellschaft. Das ist die Vision einer Gesellschaft, die jedem die Chance einräumt, an der Wissensrevolution unserer Zeit teilzuhaben. ...

Fünftens: Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die die europäische Einigung nicht als Technik des Zusammenlebens versteht, sondern die Europa als Teil ihrer politischen und kulturellen Identität empfindet und bereit ist, diese in der bunter werdenden Welt zu bewahren und zu bewähren....

Sechstens: Ich wünsche mir deshalb eine Gesellschaft, die die internationale Verantwortung Deutschlands annimmt und sich für eine Weltordnung einsetzt, in der die Unterschiedlichkeit der Kulturen nicht neue Konflikt- und Kampflinien schafft. Auch im Inneren muss eine offene Gesellschaft entstehen, eine Gesellschaft der Toleranz, die das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen möglich macht...."